Versteckte Zucker

Table of Contents

Die verstecken Zucker sind in vielen Fertigprodukten Limonaden und vor allem in Kinder Lebensmitteln drin. Es gibt tatsächlich weder Kindermilch noch Wurst für Kinder die die sich von anderen Lebensmittel großartig unterscheiden würde. Bärchen Wurst, Kinderschokolade usw. sind auch hier wieder Marketingtricks um Verbrauchern weiß zu machen, dass sie speziell für Kinder gut geeignet wären. Auch die bunten Verpackung sind nicht zufällig, sondern gezielt ausgewählt um Augen zum strahlen zu bringen. Aber warum das ganze? Was ist Zucker eigentlich und warum stehen wir da so sehr drauf? Der Zucker spielt zum einen eine Evolutionäre Rolle. Wie schon erwähnt, sindunsere Gene einfach zurückgeblieben und fast auf dem Stand eines Steinzeitmenschen. Als wir damals Keulenschwingend von Höhle zu Höhle gezogen sind, gab es natürlich noch keine Schokolade aber es gab sehr wohl Früchte, süße Früchte. Süß wurde schon in der Steinzeit als Energiequelle assoziiert und man wusste damals schon, dass etwas süßes Energie bringt. Denn 30 Km am Tag war wohl nach heutigen Forschungssicht keine Seltenheit. Und die Früchte waren damals wohl auch süßer, nicht weil sie mehr Zucker enthielten, weil der Körper nicht so Zuckerüberladen war wie heute. Mache doch mal ein Experiment an dir selbst, iss 4 Wochen keinen Zucker und beiße nach diesen 4 Wochen in einen Apfel, eine Sorte, die dir Sauer vorkam. Du wirst merken, dass es plötzlich süßer schmeckt. Die Geschmacksknospen auf der Zunge sind den Zucker einfach gewohnt und reagieren daher nicht so direkt. Durch einen hohen Zuckerkonsum wird man Übergewichtig. Übergewicht wird mit Diabetes, kardiovaskulären Erkrankungen und einer erhöhten Mortalitätsrate assoziiert. Das Problem ist nicht der Zucker selbst, sondern die Menge, die wir uns jeden Tag bewusst und unbewusst zuführen. Versteckte Zucker sind nicht reglementiert, es gibt weder eine Grenze noch Gesetze zur Regulierung

Eine kleine Exkursion zu den Exoten

Agaven- Dicksaft oder Sirup

Agaven-Dicksaft ist nicht gesünder als der normale Haushaltszucker. Agavendicksaft besteht aus Fructose (Fruchtzucker) und Glukose (Traubenzucker). Der Anteil von
Fructose ist deutlich höher. Fructose ist nicht Insulinrelevant, das heißt, dass Fructose von der Leber verstoffwechselt wird. Fructose sorgt dafür, dass sich Fett einlagern
kann und so entsteht auch eine Fettleber. Fructose sorgt auch für erhöhte Cholesterinwerte und begünstigt Übergewicht. Das wiederum führt zu Diabetes, Herz,- und Schlaganfälle.
Auch der Vitamin,- und Mineralstoffgehalt rechtfertigt im Verhältnis nicht einen Mehrwert. Agaven-Dicksaft wird auch in der Veganen Küche verwendet oder in Früchtemüsli,-
Riegel, gesüßten Müslis.

Karamell

Karamell wird aus Zucker (Haushaltszucker) hergestellt oder gebrannt. Dieser wird unter anderem zum süßen von Desserts genutzt und um die typische braune Farbe in die Speisen zu bringen. Karamell wird hier daher als Zusatzstoff und als Farbstoff verwendet.

Ahornsirup oder Xylem Saft o. Phloem Saft

Der Ahornsirup wird aus dem Xylem bzw. Phloem Saft bestimmter Ahornbäume aus Kanada gewonnen. Im Frühjahr, wenn der Nährstofftransport des Baumes von den Wurzeln in die Knospen beginnt, wird der Saft aus dem Stamm gezapft. Der Sirup besteht zu 60% aus Zucker und zu 40% aus Wasser.
Eine Gesunde Alternative zu normalem Zucker? Da gibt es ein klares Jain. Obwohl der Ahornsirup viele Mineralien und Vitamine beinhaltet ist auch der Ahornsirup ein Kohlenhydrat. Jedoch ist er die bessere
Alternative zum gewöhnlichen Haushaltszucker.
Der Ahornsirup hat auch eine Entzündungshemmende Wirkung und ist reich an Antioxidantien, die die Zellen vor dem altern schützen.

Melasse

Die Melasse ist ein Zähflüssiger Sirup und ein Abfallprodukt aus der Zuckerherstellung. Diese ist nicht so süß, schmeckt etwas bitter und hat weniger Kalorien als der normale Haushaltszucker. Die Melasse wird in der Alkohol,- wie auch in der Tierfutterproduktion verwendet, letzteres wird die Melasse zu einem Mehl verarbeitet und dem Tierfutter zugesetzt. Sie wird durch die Mikroorganismen bei Rindern fermentiert und hat einen positiven Einfluss auf den Proteingehalt in der Milch.
Nach meiner Recherche gibt es Hersteller, die diese Tierfutter im GMP-Standard herstellen. Der GMP-Standard ist die höchste Form, wie man ein Lebensmittel
herstellen kann und steht sogar noch über den Qualitätsanforderung in der Babynahrungsproduktion.

Maissirup

Oder auch Isoglucose (High Fructose corn Sirup = sein eigentlicher Name) ist ein Zucker der enzymatisch aus dem Mais gewonnen wird. Maissirup kommt eigentlich aus den USA und hat dort seinen Ursprung. Dieser Zucker ist sehr billig und daher für die Lebensmittelindustrie besonders Interessant. Schade, dass er meist aus Gentechnisch verändertem Mais hergestellt wird und zum Glück in Deutschland die Herstellung aus Gentechnik nicht zugelassen ist. Isoglucose zählt zu Fruktose und ist schon wie oben beschrieben sehr
ungesund, da er die Fettansammlung fördert. Langsam bekommt der Europäische Markt den Geschmack zu diesem Zuckerzusatz, da der normale Haushaltszucker bei uns in Verruf geraten ist.
Du siehst also, die Lebensmittelindustrie muss sich immer etwas Neues einfallen lassen und gegen Trends kämpfen. Hierzulande ist der Gedanke weniger Zucker zu konsumieren zwar angekommen doch mit der Umsetzung hapert es noch ein wenig.  Ab einem Anteil von 5% wird dieser Zucker in den Produkten als Fructose-Sirup, Fructose-Glukose-Sirup deklariert.
Selbst in Brot und Brötchen ist dieser zu finden, und ja, auch in Fitness und Isotonischen Getränken, Fertiggerichten und sogar in Salaten. Besonders in Kinderprodukten wie Süßigkeiten oder Getränken wird mit diesem Zucker gesüßt sowie Speiseeis. Wer denkt schon das Fruktose so ungesund ist, es kommt ja aus der Frucht, so zumindest der Gedanke. Jedoch ist die Realität eine andere. Zu viel Zucker macht uns nicht nur dick, sondern auch Krank aber wer nicht so lange warten will bis der Haushaltszucker uns dick und krank macht, sollte Isoglucose-Produkte verwenden, damit geht es eindeutig schneller. Besonders Kinder
gewöhnen sich an diesen Zucker und werden Regelrecht süchtig gemacht.

Gerstenmalz

Gerstenmalz ist kurz gekeimtes (Mälzung) und wieder getrocknetes Getreide. Dieser Vorgang aktiviert Enzyme im Korn, dass anfängt die Stärke in vor allem Disaccharide zu spalten aber auch in Polysaccharide. Dieser Vorgang wird auch beim Bierbrauen verwendet. Für die Herstellung von Whisky und andere Spirituosen wird dieses auch
angewandt.

Dextrin, Maltodextrin

Maltodextrin ist ein wasserlösliches Kohlenhydratgemisch, das durch die Hydrolyse von Stärke hergestellt wird. Zum teil passiert die Hydrolyse durch Säuren oder auf natürlichem Wege über Enzyme. Maltodextrin ist einfach nur ein billiger Füllstoff. Kaffee zum Beispiel kann damit gestreckt werden. Bis zu 10% wird Kaffee damit gestreckt, um natürlich die
Gewinnmarge zu erhöhen. Sollte auf der Kaffeeverpackung nicht, „aus 100% Arabica Bohnen oder anderen Bohnen“ stehen, kannst du davon ausgehen, dass der Kaffee gestreckt ist. Auch in Fitnessgetränken oder fertigen Proteinshakes wird Maltodextrin zum verdicken genommen. Maltodextrin ist nicht besonders süß, daher merkt man das nicht so. Auch als Verdickungsmittel bei Kindernahrung gerne benutzt oder in Fleisch und Wurstwaren.
Maltodextrin kann auch als Fettaustauschstoff genutzt werden, um den Kaloriengehalt eines Lebensmittels zu drücken.
Auch hier ist es definitiv eine Zuckerart die aber laut Forschern nicht ungesund oder als gefährdend gilt. Allerding ist es auch ein Zucker.

Dextrose

Oder auch als Traubenzucker bekannt, lässt Dextrose deinen Blutzuckerspiegel schnell und stark steigen. Da er nicht mehr gespalten werden muss (Einfachzucker) geht er gleich ins Blut über. Bekannt ist er auch dafür, dass er bei Unterzuckerung als schnellverfügbarer Zucker benutzt werden kann. Zu kaufen gibt es Dextrose im Vorteilspack und getarnt als schneller gesunder Energielieferant. Auch hier ist bei häufiger Verwendung und in Verbundenheit von Übergewicht eine Diabeteserkrankung praktisch vorprogrammiert. Der Zucker verbleibt erstmal im Blut und schädigt bei regelmäßigem Gebrauch die Gefäße. Die Folgen sind bekannt aus dem Modul, „Ernährungsbedingte Krankheiten“.

Reissirup

Der Reissirup wird aus dem Reiskorn hergestellt. Dabei wird das Korn zu Mehl gemahlen mit Wärme behandelt und es werden Enzym hinzugefügt, um die Zuckermoleküle abzuspalten.
Der Reissirup hat nur Spuren von Fruchtzucker und besteht daher aus Einfachzucker und vor allem Mehrfachzucker. Durch den hohen Anteil an Mehrfachzucker ist der Reissirup nicht so süß und hat auch einen niedrigeren Kaloriengehalt wie der normale Haushaltszucker. Ein weiterer Vorteil ist, dass er Glutenfrei ist und auch für Menschen mit einer Fruktose Intoleranz geeignet ist. Diese Zuckerart ist wohl hier in der Liste die beste Alternative was die Inhaltsstoffe angeht. Auch der Glykämische Index ist deutlich niedriger und somit wird der Reissirup langsamer verstoffwechselt. Das verhindert auch eine Heißhungerattacke. Denn eine Heißhungerattacke entsteht, wenn der Blutzuckerspiegel plötzlich schnell absinkt, weil zuvor ein Zucker mit einer schnellen Verstoffwechselung verzehrt wurde.
Hier ist auch mein Tipp bei einer Heißhungerattacke, etwas Reissirup in einen Zuckerfreien Joghurt oder in einen Tee.

Acesulfam-K

Acesulfam-K ist ein Zusatzstoff und ist als E 950 gekennzeichnet. Es ist ein Süßstoff der 200-mal süßer als Haushaltszucker ist. Obwohl er ein Süßstoff ist, regt er die Insulinausschüttung an. Und hat etwa die gleiche Wirkung im Körper wie normaler Zucker. Acesulfam-K wird auch als Karzinogen (Krebserregend) eingestuft und wird oft zusammen mit Aspartam verwendet. Du findest Acesulfam-K in Zahnpasta oder Mundwassern, sowie in Kalorienreduzierten Lebensmitteln, Zero Getränken und Energiedrinks ohne Zucker.

Aspartam (E 951)

Aspartam ist ein synthetisch hergestellter Süßstoff. Hergestellt wird er aus der Asparaginsäure die einer Alpha-Aminosäure und Phenylalanin und unter Zugabe von Methanol. Aspartam ist etwa 200-mal süßer als der gewöhnliche Haushaltszucker und wir daher in sehr geringen Mengen eingesetzt. Dieser Zuckerzusatzstoff ist nicht zum Kochen geeignet, da er seine süße bei Hitze verliert. Der Vorteil ist, dass dieser Zuckerzusatz keine Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel hat, jedoch ist der Nachteil, dass er im Verdacht steht karzinogen zu sein. Aspartam ist der häufigste eigesetzte Zuckerzusatz. Ihn findet man in Light-, und Zerogetränken, in vielen Lebensmittel und Süßigkeiten die Energiereduzierend sein sollen. Auch soll Aspartam die Darmflora verändern und so zum Beispiel das Abnehmen erschweren. Daher sollte man damit sparsam umgehen oder erst gar nicht verwendet werden.
Menschen mit einer Phenylketonurie dürfen diesen Zusatzstoff nicht verzehren, diese ist eine Eiweißstoffwechselstörung, die verhindert, die Aminosäure Phenylalanin abzubauen. Bei Kindern kann diese Störung eine Behinderung auslösen da sich das Phenylalanin im Gehirn ansammelt, bei rechtzeitiger Diagnose kann der Betroffene dennoch ein normales Leben führen.

Apflefruchtsüße Fruchtsüße, Traubensüße

Viele denken, dass der Fruchtzucker ein guter Zucker ist, jedoch ist er nichts anderes als Zucker. Ob er aus der Frucht kommt oder nicht. Der Anschein soll erwecken, dass es gesünder ist als normaler Haushalts-, Kristall-, oder Raffinierter-Zucker.

Trick der Lebensmittelindustrie

Du hast gelernt, dass die Zutatenliste nach absteigender Reihenfolge der Zutaten geschrieben wurde. Am Anfang steht der Stoff, der am meisten enthalten ist und am Ende der Stoff, der am wenigsten enthalten ist. Doch es gibt einen Trick es so aussehen zu lassen, dass es den Anschein erwecken soll, dass nicht so viel Zucker drinsteckt. Man nehme verschiedene Zuckerarten in unterschiedlichen Mengen, setzte diese Relativ an Ende der Zutatenliste, und schon erweckt es den Schein, dass nicht so viel Zucker drinsteckt. Nur leider ändert sich nichts an der Kalorienzahl, die bleibt nämlich die gleiche da in Summe diese Zucker die Summe ergibt, als wenn man nur eine Zuckerart ganz vorne oder an einer der ersten 3 Plätzen platzieren würde.

Downloads

Zum download habe ich dir eine Auflistung von versteckten Zuckern im Scheckkarten-Format vorbereitet. Einfach ausdrucken – auf einen Karton oder eine Blankoscheckkarte kleben und ins Portmoney stecken, schon hast du deinen kleinen Spickzettel immer dabei